Neue Infrastrukturanlagen
Auf die alpine Ski-WM 2017 wurde der Bahnhof St. Moritz umfassend saniert.

gun. Bei den Arbeiten am Bahnhof St. Moritz wurden ein neuer Kopfbahnhof mit schienenfreien Zugängen, Personenunterführungen und Rampen, drei neue Perrondächer, das Kopfperron, drei Lokdächer, fünf Perrongleise und diverse Abstellgleise erstellt. Ebenfalls erfolgten der Totalumbau des Güterschuppens – als wichtiger Teil des Ensembles – und der Umbau des Aufnahmegebäudes wie Shorttrack, Wartesaal und Kiosk.Zusätzlich wurden Stützmauern mit einer Gesamtlänge von 250 m erstellt und auch der Inn-Viadukt verbreitert. Unter den Abstellgleisen entstanden diverse Räume für technische Anlagen. Ebenfalls wurden die Bahnhofsvorplätze umgestaltet, es entstanden neue Car-Abstellplätze sowie ein neuer Busvorplatz.
Die Anlagen befinden sich teilweise im Perimeter des UNESCO-Welterbes und sind im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung aufgenommen. Das bauliche und gestalterische Erneuerungskonzept wurde mit der kantonalen Denkmalpflege Graubünden abgesprochen.
Optisches Kernstück
Das optische Kernstück ist ein vollständiger Neubau der Perrondächer. Die drei neuen Perrondächer sowie das Kopfperrondach wurden als Sichtbetonkonstruktion in «Weissbeton» ausgeführt. Das massive Betondach wird in der Form eines doppelten V-Querschnitts aufgefaltet. Die Stützen wurden ebenfalls in Ortbeton hergestellt und im Grundriss zueinander asymmetrisch versetzt. Die drei prägnanten, aus den Perrondächern ragenden Lokomotive-Dächer von jeweils 25 m Länge sind als Stahlkonstruktionen mit einer Bedachung aus transparenten glasfaserverstärkten Polyesterharz-Platten erstellt.
Der Grundgedanke zur Lösung mit der Auffaltung der Dächer und den versetzten Stützen entstammt der Feder von J + H, welche ein Vorprojekt zu den Basisdächern erarbeiteten. Die Perrondächer wurden als Sichtbetonkonstruktion ausgeführt. Alle Leitungsführungen sind in der Betonkonstruktion eingelegt. Die Dachuntersicht ist mit Schaltafeln ohne zusätzliche Einlagen geschalt. Die Flächen der vorfabrizierten Betonstützen sind teilweise gestockt. Damit wird eine dezente Integration zu den Natursteinarbeiten des Bestandes von 1927 erreicht. Die Dachfläche ist mit einer Abdeckung aus Flüssigkunststoff abgedichtet, welche in einem Farbkonzept ebenfalls ins Erscheinungsbild des Baubestandes integriert werden kann.
Die anonymen Glasschalter wurden durch Arvenschalter mit Bündner Kreuzmuster erneuert. In der Unterführung wurden grossflächige Glasmosaikbilder in bestehende Natursteinrahmen integriert – mit Szenen der Rhätischen Bahn als Sujet.
Der Busbahnhof im unteren Stock hat auf Strassenniveau dieselbe Struktur wie auf dem Gleisniveau, damit ersichtlich ist, dass bereits dort der Zugang zum Bahnhof ist – und nicht nur ein Busperron. Der Bahnhof öffnet sich so in Richtung See auf Höhe des Busperrons.



