Moderne Einrichtung für die ganze Region

Zaha Hadid Architects (ZHA) wird den Neubau des Grande Ospedale della Malpensa planen. Die Entscheidung dazu fiel in einem internationalen Wettbewerb.

Die bestehenden Krankenhäuser von Gallarate und Busto Arsizio werden an einem Standort zusammengeführt. Visualisierungen: Negativ

Mit dem neuen medizinischen Campus entsteht eine zukunftsweisende Einrichtung, um die bestehenden Krankenhäuser von Gallarate und Busto Arsizio an einem Standort zusammenzuführen. Steigende Versorgungsanforderungen werden dabei mit modernster Medizintechnik in Einklang gebracht.

Der kompakte Baukörper mit fünf oberirdischen Geschossen, einem Untergeschoss und einer Gesamtfläche von rund 90 000 Quadratmetern bündelt sämtliche medizinischen Funktionen unter einem Dach. Notaufnahme, Chirurgie und Intensivpflege sind eng miteinander vernetzt und in einem multifunktionalen Operationsbereich mit Radiologie-, Interventions- und Diagnoseräumen organisiert. Ergänzt wird das Angebot durch umfangreiche ambulante und stationäre Einrichtungen, spezialisierte Mutter-Kind-Bereiche, Rehabilitationszonen sowie Labor- und Logistikbereiche. Alle Räume sind so gestaltet, dass sie sich an neue medizinische Anforderungen anpassen lassen und langfristig nutzbar bleiben.

Ein sorgfältig geplantes Erschliessungskonzept sorgt für klare Abläufe im Alltag. Besuchende, zu Behandelnde, medizinisches Personal und Logistikströme werden voneinander getrennt geführt, wodurch Störungen minimiert und hygienische Standards erhöht werden. Separate Aufzüge für Materialien und Abfälle sowie ein automatisiertes Liefersystem unterstützen effiziente interne Prozesse.

Bewahren und sorgsam ergänzen

Grosszügige Innenhöfe, Gärten und begrünte Dachterrassen bieten Orte der Ruhe sowie Regeneration und bilden darüber hinaus den angemessenen Rahmen für die Architektur. Tageslicht durchflutet die Innenräume, während natürliche Materialien wie Holz eine warme, beruhigende Atmosphäre schaffen. Akustischer Komfort, klare Orientierungssysteme, taktile Leitsysteme und mehrsprachige Beschilderungen tragen dazu bei, Ängste abzubauen und allen Nutzenden eine barrierefreie Umgebung zu bieten. Darüber hinaus öffnen sich Bereiche für Bildung, Begegnung und kulturelle Aktivitäten bewusst zur Gemeinschaft und stärken die soziale Einbindung des Krankenhauses.

Eingebettet ist der Campus in eine landschaftlich und ökologisch wertvolle Umgebung nahe dem Parco Regionale della Valle del Ticino. Die Planung bewahrt bestehende Waldflächen und ergänzt sie durch neue Feuchtgebiete. Ein besonderer Bestandteil des Projekts ist die Integration der historischen Cascina dei Poveri, eines ländlichen Gebäudekomplexes aus dem 12. und 13. Jahrhundert, der als identitätsstiftender Ort in den neuen Campus eingebunden und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Stets vorausschauend

Auch im Bereich der Nachhaltigkeit setzt das Projekt klare Zeichen. Die Fassaden bestehen aus modularen Aluminium-Paneelen mit integrierten Pflanzgefässen und Verschattungselementen. Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von über einem Megawattpeak deckt rund ein Viertel des Strombedarfs, während ein hybrides Heizsystem bereits auf die Integration von Wasserstoff vorbereitet ist. Digitale Gebäudemanagementsysteme und mithilfe von BIM-Modellen entsteht eine vorausschauende Wartung und eine kontinuierliche Optimierung der Energieeffizienz.

Durch die Kombination aus innovativer Medizintechnologie, ökologischer Verantwortung und architektonischer Sensibilität entsteht in Malpensa ein Gesundheitscampus, das funktional überzeugt und zugleich als zukunftsfähiger Ort für die gesamte Region wirkt. ●

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