Die Natur als Inspirationsquelle

Elegant und zugleich bodenständig setzt das Maison Davidoff in Basel einen neuen städtebaulichen Akzent.

Davidoff AG
Die Fassade gleicht den Formen der Natur: nichts Eckiges, alles ist elegant gebogen und geschwungen. Fotos: Oettinger Davidoff AG 2016
Vorhangfassade aus Pfosten / Riegel in Aluminium
Elegant und zugleich bodenständig setzt das Maison Davidoff in Basel einen neuen städtebaulichen Akzent.

gun. Nach 85 Jahren wurde der mehrfach umgestaltete Altbau der Oettinger Davidoff AG durch diesen besonders ausdrucksstarken Neubau ersetzt. Beim Familienunternehmen stand das Naturprodukt Tabak – bekanntlich eine der Kernkompetenzen des Hauses – Pate bei der gestalterischen Idee des insgesamt siebenstöckigen Bauwerks. Besonders eindrucksvoll zeigt dies die von Diener & Diener entworfene Fassade, die sich betont offen an die Passanten richtet und der Anonymität der grossen Verkehrsachse ringsum positiv entgegenwirkt. Diese Fassade orientiert sich an den Formen der Natur – mit all ihren gebrochenen Ecken und starken Rundungen. Oder wie der Projektleiter der beauftragten Aepli Metallbau in Gossau SG, Ralph Hubmann, es sagt: «Diese Fassade gleicht den Formen der Natur: nichts Eckiges, alles ist elegant gebogen und geschwungen.»

Ein grosser Gedanke

Der Altbau aus den 1930er-Jahren, ursprünglich zum Wohnen geplant, war in nicht weniger als 114 enge Räume unterteilt. Ein Konzept, das von den heutigen Anforderungen der modernen Arbeitswelt meilenweit entfernt war. Der rund 7700 Quadratmeter grosse Neubau repräsentiert deshalb für die 160 Mitarbeitenden der Oettinger Davidoff AG einen radikalen Wandel zum Guten. Grosszügig verglaste Fassaden, offene und kommunikative Arbeits- und Repräsentationsräume, verlockende Showrooms, gediegene Zigarren-Lounges, eine einladende Cafeteria und last, but not least der einzigartige Walk-in-Humidor machen die Arbeitswelt in allen Abteilungen attraktiver. Und sie repräsentieren für Kunden, Geschäftspartner und Besucher die Philosophie des Unternehmens: Eleganz und zugleich Bodenständigkeit; offenes Denken und zugleich klare Strukturen.

Massgefertigte gebogene Gläser

Alle Rundgläser wurden zuerst auf Schablone gefertigt, damit man sie danach warm biegen konnte. Dabei waren auch extreme Radien zu bewältigen, ähnlich wie in einer 90-Grad-Ecke. Gleichzeitig mussten Sichtverzerrungen durch das gebogene Glas vermieden werden. Auch die Wahl der richtigen Wärmeschutzschicht war entscheidend, um Farbdifferenzen zu den übrigen Fenstern zu vermeiden. Sonderanfertigungen wurden auch bei den vertikalen Storen entwickelt, deren Lamellen man jetzt senken, aber nicht kippen kann.

Logistik als grösste Herausforderung

Die Nauenstrasse ist seit vielen Jahren nicht nur eine exzellente Adresse für Oettinger Davidoff, sondern auch eine der meistbefahrenen Strassen Basels. Hier bei permanent hohem Verkehrsfluss bis in die Abendstunden hinein ein solch komplexes Gebäude zu bauen, erwies sich als logistische Meisterleistung, die dank unorthodoxer Lösungen in nur zwei Jahren Bauzeit gelang. Beispielsweise wurden die meisten Glaselemente, die für eine Handmontage zu gross und zu schwer waren, mit kleinen Kränen geschossweise verteilt und danach von den Aepli-Metallbau-Fachleuten von innen her montiert. Auf diese effiziente Weise konnten über 100 Glaselemente unterschiedlicher Grösse verbaut werden; das grösste davon im Ostteil der Fassade mit einer Dimension von 5,4 × 2,88 Metern. Verbaut wurden dreifache Verbundsicherheitsgläser für den Wärme-, Schall- und Personenschutz.

aepli.ch

Davidoff AG
Eleganz und zugleich Bodenständigkeit; offenes Denken und zugleich klare Strukturen.
Davidoff AG
Höchste Anforderungen an den Fensterhersteller: Um bis zu 90 Grad gebogene Fenster.
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