Nething Architekten hat einen Ulmer Bestandsbau in einen Kanzlei-Campus verwandelt.

Nething Architekten hat einen Ulmer Bestandsbau in einen Kanzlei-Campus verwandelt.

Bilder: Nething Architekten

Mit dem Campus Schneider Geiwitz haben Nething Architekten im Ulmer Gleisdreieck zwischen Donau und Bahntrassen eine eigenständige Typologie für Kanzleibauten entwickelt. Am früheren Standort der Hochschule für Kommunikation und Gestaltung (HfK+G) entstand für die international agierende Kanzlei ein neuer Firmensitz mit rund 10500 Quadratmetern Nutzfläche. Ergänzt wurde das Ensemble durch einen turmartigen Neubau auf der bislang ungenutzten Nachbarfläche. Beide Baukörper neigen sich zueinander und bilden ein prägnantes architektonisches Gefüge, das den Ort neu definiert und sich selbstbewusst in die urbane Struktur Ulms einschreibt.

Anstatt den Bestand zu kopieren oder architektonisch zu überlagern, wurde ihm ein eigenständiger Gegenpol zur Seite gestellt: ein versetzt positionierter, sechsgeschossiger Turm, der der horizontalen Ausrichtung des Bestands eine vertikale Präsenz entgegensetzt. Die charakteristische Fassade des ehemaligen Hochschulgebäudes aus weissen Mosaikfliesen verweist mit ihrem rasterartigen Erscheinungsbild auf die digitale und kommunikative Tradition des Ortes. Der Neubau hingegen zeigt sich mit einer Fassade aus Glasfaserbeton, die durch ihre Robustheit und Langlebigkeit ebenso überzeugt wie durch ihre feine, materialhafte Anmutung.

Die Transformation des früheren Hochschulgebäudes in eine zeitgemässe Bürolandschaft stellte hohe planerische Anforderungen. Tief geschnittene Klassenzimmer und massive Betonwände mussten den funktionalen Bedürfnissen und klar strukturierten Arbeitsabläufen einer Wirtschaftskanzlei angepasst werden – unter Berücksichtigung strenger Brandschutzvorgaben. Nething Architekten entwickelten hierfür ein differenziertes Raumkonzept: Entlang der Fassaden wurden Einzelarbeitsplätze angeordnet, die von Tageslicht und Blickbeziehungen ins Grüne profitieren. Die innenliegenden Bereiche dienen Besprechungen, Technik und konzentrierten Arbeitsformaten. Aufgrund der unregelmässigen Fensterachsen des Bestands variieren die Raumgrössen. Was zunächst als Herausforderung erschien, erwies sich letztlich als Qualität: Die Vielfalt der Räume ermöglicht flexible Nutzungsszenarien und schafft neben Arbeitsplätzen auch unterschiedliche Zonen für Austausch, Begegnung und Erholung.

nething.com

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