Begegnungen ermöglichen
Bei dem neuen Goethe-Institut in Dakar kamen in weiten Teilen verdichtete Lehmziegel aus der umliegenden Region zum Einsatz. Entworfen wurde das Objekt von Kéré Architecture.

Das Goethe-Institut ist Deutschlands Organisation für den weltweiten Kulturaustausch und darin seit mehr als 75 Jahren tätig. In Dakar hat es nun seinen neuen Standort eröffnet. Das 2026 fertiggestellte Gebäude befindet sich in einem Wohngebiet von Dakar und ist von einem üppigen Garten umgeben. Der Entwurf von Kéré Architecture schafft einen Ausgleich zwischen Rücksichtnahme auf die unmittelbare Nachbarschaft – einschliesslich des angrenzenden Léopold-Sédar-Senghor-Museums – und den Anforderungen einer vielbeschäftigten kulturellen Einrichtung, in der Ausstellungen, Sprachkurse, Konzerte und informelle Zusammenkünfte stattfinden. Die kompakte, zweistöckige Form des Gebäudes ist so gestaltet, dass sie die Konturen der Baumkronen widerspiegelt, die den Standort seit langem prägen. Das Gebäude besteht aus lokal gewonnenen, verdichteten Lehmziegeln, die für die tragenden Wände, Trennwände und eine zweite lichtdurchlässige Aussenhülle verwendet wurden. Diese verleiht dem Gebäude ein leichtes, offenes Erscheinungsbild.

Natürliche, organische Formen
Die öffentlichen Bereiche konzentrieren sich auf das Erdgeschoss, in dem sich ein Auditorium, eine Cafeteria und die Bibliothek befinden. Im ersten Obergeschoss sind Verwaltungsbüros und Unterrichtsräume untergebracht. Als Krönung des Gebäudes sorgt ein Vordach auf allen Ebenen für Schattenplätze, was die thermische Leistung verbessert und den Innenbereich vor Regen schützt, während es gleichzeitig die natürlichen, organischen Formen der Bäume und des darunter liegenden Gartens widerspiegelt. Auf allen Ebenen steht bei der Gestaltung ein nachhaltiger Ansatz im Vordergrund, der sicherstellt, dass das Gebäude über die physisch eingenommene Fläche hinaus nur einen minimalen ökologischen Fussabdruck hinterlässt.

Die fertiggestellte Einrichtung soll als einladendes und vielseitiges Zuhause für die vielfältigen Gemeinschaften Dakars dienen – ein Ort, der die vielschichtige Kulturgeschichte der senegalesischen Hauptstadt würdigt und gleichzeitig ein breites Publikum dazu einlädt, an der Gestaltung einer gemeinsamen und inklusiven Zukunft mitzuwirken.

