Durch stetigen Austausch wird in einem Neubau in Einsiedeln energieeffizient die Wärme abgeführt

Seit 2016 zeichnet die Energiestadt Einsiedeln Projekte mit dem Energie- und Förderpreis aus, die mit innovativen Technologien neue Wege für eine effiziente Nutzung von Energie, den Klimaschutz, erneuerbare Energien oder umweltverträgliche Mobilitätskonzepte beschreiten. Der Energiepreis 2025 ging an KST AG für die in Eigenregie geplante und im Neubau realisierte Weltneuheit «CoolShift».

„CoolShift“-Emitter-Modul (Bilder: KST AG)

«CoolShift» ist ein innovatives Energie- und Kühlsystem. Entstanden ist dieses aus einer Forschungsinitiative der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern (HSLU), der Ostschweizer Fachhochschule (OST) und der KST AG. Die Grundlagen wurden im Rahmen einer vom Bund finanzierten Machbarkeitsstudie entwickelt. Nach Abschluss der Forschungsarbeiten Ende 2023 entwickelte die KST AG das Konzept für die praktische Anwendung weiter.

 

Traditionelles Bauen als Vorbild

Als Vorbild des Systems dient ein altes physikalisches Prinzip aus Persien. Die Grundidee basiert bei der Gebäuderückkühlung auf einem physikalischen Prinzip, das schon in den Wüstenregionen des alten Persiens genutzt wurde: Gebäude wurden nachts über grossflächige Wasserbecken gekühlt, indem die im Wasser gespeicherte Wärme an den klaren Nachthimmel abgegeben wurde. Dabei kommen bewährte physikalische Prozesse wie in erster Linie Wärmestrahlung, Wärmeleitung und Konvektion zum Einsatz.

In Ableitung dessen, ist in Einsiedeln ein System mit Panels entstanden, bei dem in den Betondecken verlegte Wasserrohre und den Wärmeüberschuss abgebenden Emitter-Modulen für den kühlenden Effekt sorgen. So wird die tagsüber im Gebäude entstandene überschüssige Wärme im Beton gespeichert und nachts mithilfe des Wassers an die Module und schliesslich an die Aussenluft abgegeben. Das in die Betondecken zurückgeführte Wasser kühlt das Gebäude über Nacht herunter – CO₂-frei und nahezu ohne Energieaufwand.

Während eines Rundgangs wurden Gebäude und System der Öffentlichkeit vorgestellt.

Seit Mai 2026 sind im Neubau der KST AG 144 «CoolShift»-Panels installiert. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Forschung erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden kann. Es bietet eine zukunftsweisende Antwort auf steigende Temperaturen und den wachsenden Bedarf an energieeffizienten Kühllösungen.

Beat Schönbächler, Inhaber und Geschäftsführer der KST AG, über die Innovation: «In unserem Neubau sparen wir nicht nur Energie, sondern arbeiten im Sommer auch effizienter – den kühlen Temperaturen sei Dank.»

kstag.ch

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