Integriertes und inszenierendes Licht
Beeindruckende Aha-Erlebnisse für Besucher aller Altersklassen verspricht Deutschlands grösstes Science Center, die Experimenta in Heilbronn.

Die Wissens- und Erlebniswelt Experimenta in Heilbronn (D)wurde komplett saniert und um einen futuristischen Neubau des Berliner Architekturbüros Sauerbruch Hutton erweitert. Das als Raumspirale konzipierte Gebäude unterstreicht mit seiner Architektur das didaktische Anliegen des Science Center. Auch das von Licht Kunst Licht geplante Beleuchtungskonzept stellt sich in seinen Dienst: Für das vielseitige Raumprogramm hat das Büro eine gleichermassen funktionale und inszenierende Beleuchtung geplant.
Rundweg mit Perspektivenwechsel
Der Neubau wird über eine prägnante Raumspirale erkundet – sie windet sich durch die dynamische Struktur aus Glas und Stahl, zieht sich vom weiträumigen Foyer über fünf Etagen hinauf bis zum Dach und endet auf der landschaftlich gestalteten Dachterrasse, die einen spektakulären Blick über das ganze Neckartal bietet.
Die Wege durch das Gebäude bieten so immer neue Ein- und Ausblicke. Im Kern der Spirale liegen vier gläserne Kreativstudios; um die Spirale herum organisieren sich die Ausstellungsräume der Themenwelten.
Lichtwirkung im Fokus
Die Beleuchtung integriert sich elegant in die Architektur und ist geschickt in die bauseitigen Vorgaben eingebunden. Exemplarisch deutlich wird das in den Ausstellungsbereichen, die vom Tübinger Lichtplanungsbüro Maierlighting GmbH geplant wurden. Parallel zu den Deckenunterzügen wurden Stromschienen relativ nah unter der Rohdecke abgependelt und gemäss dem Rhythmus der Akustiklamellen angeordnet. «Die Beleuchtungsebene entzieht sich somit weitgehend dem Blickfeld», erläutern Maik Czarniak und Edwin Smida von Licht Kunst Licht die Arbeiten von Maierlighting.
Auch in die Lamellendecke der Raumspirale wurden die Leuchten präzis eingepasst. In regelmässigen Rastern angeordnete lineare Leuchten treten selbst komplett in den Hintergrund, während das Licht seinen grossen Auftritt hat. Maik Czarniak und Edwin Smida erklären: «Da dieses Konzept durchgängig über alle Zonen und Ebenen realisiert wurde, stellt sich die Spirale nicht nur im Gebäude, sondern auch in der Aussenansicht als einheitlich und zusammengehörig dar. Als leuchtende Helix prägt sie markant das Nachtbild des Experimenta-Neubaus am Neckar.»
Dank langlebiger, effizienter LED-Lichtquellen und intelligenter Steuerungstechnik kann vielerorts im Haus die Lichtfarbe verändert werden. So kombinieren die Leuchten in der Raumspirale warmweisse und kaltweisse LED und ermöglichen damit ganz unterschiedliche Lichtstimmungen. Die Lichtdecke über dem Empfang integriert RGB-LED und erlaubt damit alle Mischtöne aus rotem, grünem und blauem Licht. Das Bistro wiederum wird während des Kantinenbetriebs am Tag gleichmässig mit neutralweissem Licht erhellt, während sich für den abendlichen Restaurantbetrieb warme, glühlampenähnliche Lichtinseln auf die Tische bringen lassen. Sämtliche Lichtquellen sind in sinnvollen Schalt- und Dimmgruppen organisiert, sodass der Betreiber die Beleuchtung ganz nach seinen Anforderungen konfigurieren kann. ●
Bautafel
Projekt Erweiterung Experimenta Science Center, Heilbronn
Fertigstellung 2019
Bauherr Dieter-Schwarz-Stiftung GmbH; Schwarz Real Estate GmbH & Co. KG, Heilbronn
Architekt Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Lichtplanung Licht Kunst Licht AG, Bonn / Berlin
Projektleitung und -teamMaik Czarniak und Edwin Smida
Elektroplanung Drees & Sommer SE, Stuttgart




