Ins Licht gesetzt
Tages- und Kunstlicht sind wichtige Faktoren bei Bildungsbauten. Der visuell wahrnehmbare Anteil des Lichtspektrums schafft Atmosphäre und ermöglicht Lernenden und Lehrenden eine gute Sehleistung. Der biologisch wirksame Anteil des Lichtspektrums unterstützt die Gesundheit und hält uns wach und aufnahmefähig.

Die allmendartigen Sportanlagen vor den Toren der Stadt Olten erfuhren durch eine rege Wohnbautätigkeit eine grosse städtebauliche Veränderung. Der neuen Schulanlage Kleinholz kommt dabei die Rolle eines neuen, lebendigen und multifunktionalen Quartierorts in Olten Süd zu. Die Typologie des von Neff Neumann Architekten Zürich erbauten Gebäudes nimmt laut den Planenden Bezug auf die programmatischen Anforderungen eines neuartigen, zeitgemässen pädagogischen Konzepts, welches sich durch flexible Unterrichtskonzepte auszeichnet: «Das traditionelle Klassenzimmer und der Fachraum verlieren dabei als Instruktionsräume ihre zentrale Bedeutung und werden Teil einer lernförderlichen Umgebung.» Die Anordnung der Räume fördert die Zusammenarbeit über die Klassen hinaus. So ist das zentrale Forum ein architektonisches Abbild dieser gesteigerten Bedeutung von Gemeinschaft.

Wegweisendes Gebäude
Um den aktuellen steigenden Energie- und Baukosten etwas entgegenhalten zu können, wurde auf energieintensive Technik gänzlich verzichtet und eine Low-Tech-Architektur umgesetzt. Unter Einbezug und Instruktion der Lehrpersonen wird das Primarschulgebäude natürlich belüftet, gestalterisch wirksame Fassadenlamellen erlauben eine witterungsunabhängige Fensterlüftung. Das wegweisende Gebäude wurde 2025 als erster Bildungsbau in der Schweiz nach SNBS-Hochbau mit dem Gold-Zertifikat ausgezeichnet.

Ausgehend von einer Architektur der Einfachheit und Transparenz, wie sie die Protagonisten der Jurasüdfuss-Architektur verfolgten, wird der äussere architektonische Ausdruck der Schulanlage Kleinholz von einer schlichten Sachlichkeit geprägt. Im Innenraum finden sich jedoch auch verspielte Elemente wie bei der Beleuchtung. Das von der Michael Josef Heusi GmbH geplante und umgesetzte Beleuchtungskonzept in den Unterrichtsräumen unterstützt mit der kreuzweisen Anordnung der direkt-indirekt-strahlenden Pendelleuchten ein flexibles, ortsunabhängiges Arbeiten in unterschiedlichsten Unterrichtskonzepten. Das Kunstlicht in Form von Aufbau-Downlights unterstützt den natürlich belichteten Korridor und verknüpft diesen atmosphärisch mit den angegliederten Nischen und Begegnungsbereichen. In diesem räumlichen Zusatzangebot findet sozialer Austausch statt, und Lernende können diese Orte zum Lernen oder als Rückzugsort benützen.

Das Herzstück im Innern des Schulhauses bildet das multifunktionale Foyer mit Forumstreppe. Hier finden sich zwei miteinander kombinierte Lichtsysteme. Für das Grundlicht sorgen tiefstrahlende Downlights. Das dazu komponierte dekorative Licht besteht aus verästelten Pendelleuchten mit Glaskugeln, die den Raum einnehmen und mit den runden Oberlichtern und Brüstungsausschnitten in einen spielerischen, formalen Dialog treten. Auch die funktionale Beleuchtung in der Turnhalle springt mit einem Augenzwinkern entlang der Stahlträger hin und her.


