Im Einklang mit dem Quartier

Das Hauptgebäude des Gesundheitszentrums für das Alter Grünau soll instandgesetzt und mit einem Erweiterungsneubau anstelle des heutigen Personalgebäudes ergänzt werden. Das Projekt von Franziska Sebastian Müller Architekten GmbH verbindet Alt und Neu zukunftsfähig und schreibt die Geschichte des Ortes weiter.

Die Freiraumgestaltung ist integraler Bestandteil des architektonischen Konzepts. Visualisierungen: Filippo Bolognese

Gebäude zu erhalten bedeutet, ihre Geschichte weiterzuschreiben und sie zugleich für zukünftige Anforderungen neu zu interpretieren. Das modernisierte Gesundheitszentrum für das Alter (GFA) wird künftig 120 Plätze für Bewohnende mit mittlerem bis hohem Pflegebedarf anbieten, darunter spezialisierte Pflegebereiche sowie mehrere Wohnbereiche für Menschen mit Demenz. Die architektonische Weiterentwicklung schafft dafür eine zeitgemässe räumliche Struktur, die Pflegequalität, Orientierung und Aufenthaltsqualität gleichermassen unterstützt.

Ensemble aus Alt und Neu

Die Stadt Zürich führte einen Architekturwettbewerb durch, den das Team von Franziska Sebastian Müller Architekten GmbH gemeinsam mit GMS Partner und BÖE Studio (Landschaftsarchitektur) für sich entschied.

Das Siegerprojekt setzt auf einen sensiblen Weiterbau im Bestand: Ein sechsgeschossiger Ersatzneubau ergänzt das bestehende Gebäude zu einem klar gefassten Ensemble. Alt- und Neubau treten in einen architektonischen Dialog und bilden zusammen eine neue Gesamtfigur, die den Ort stärkt und seine Entwicklung fortführt.

Der neue Haupteingang an der Bändlistrasse, unmittelbar bei der Tramhaltestelle, verankert das Gesundheitszentrum klar im Stadtraum. Ein gemeinsamer Sockel verbindet Bestand und Neubau und bildet das räumliche Fundament des Ensembles.

Dieser Sockel nimmt die Verwaltungs- und öffentlichen Nutzungen auf und öffnet sich zum Quartierplatz. Zwei Lichthöfe lassen Tageslicht ins Gebäudeinnere vordringen und strukturieren die Erschliessung. Die klare Anordnung der Räume gewährleistet eine intuitive Orientierung sowie effiziente Betriebsabläufe.

Freiraum als therapeutischer und sozialer RaumZwischentitel

Die Freiraumgestaltung ist integraler Bestandteil des architektonischen Konzepts. Auf dem Dach des Sockels entstehen zwei geschützte, naturnah gestaltete Demenzgärten. Sie bieten Sicherheit, Privatsphäre und zugleich qualitätsvolle Aufenthaltsräume im Freien.

Ein öffentlich zugänglicher Therapiegarten auf Niveau des Quartierplatzes schafft eine räumliche Verbindung zum Quartier. So wird das Gesundheitszentrum nicht als isolierte Institution verstanden, sondern als Teil des städtischen Gefüges. Die Freiräume leisten zugleich einen Beitrag zur Biodiversität und fungieren als Begegnungs- und Erlebnisräume.

Visuelle Teilhabe

In den oberen Geschossen orientieren sich die Bewohnendenzimmer zum Stadt- oder Parkraum. Die gezielte Ausrichtung ermöglicht visuelle Teilhabe am urbanen Geschehen und stärkt das Gefühl der Einbindung in die Umgebung. Licht, Ausblick und klare Wegführung prägen die architektonische Qualität des Innenraums.

Die bauliche Strategie kombiniert Instandsetzung mit einem Teilersatzneubau in Holz-Beton-Hybridbauweise. Dadurch lassen sich die Treibhausgasemissionen gegenüber einem vollständigen Ersatzneubau um rund 15 Prozent reduzieren.

Eine Photovoltaikanlage auf Dach und an der Fassade sichert die Versorgung mit erneuerbarer Energie und unterstreicht den Anspruch an eine zukunftsorientierte, ressourcenschonende Architektur. Der Baubeginn ist voraussichtlich für das Jahr 2029 vorgesehen.

stadt-zuerich.ch

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